Telemedizin: So funktioniert die Online-Sprechstunde

Per Video oder Telefon mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen – ortsunabhängig und ohne Wartezimmer. Wir erklären, wie eine Online-Sprechstunde abläuft, was sie kostet, wofür sie geeignet ist und wo ihre Grenzen liegen.
Was ist Telemedizin?
Telemedizin bezeichnet die ärztliche Beratung und Behandlung auf Distanz – per Video oder Telefon. Statt in die Praxis zu fahren, schildern Sie Ihr Anliegen online und sprechen anschliessend direkt mit einer Ärztin oder einem Arzt. Das spart Zeit, Anfahrt und Wartezeit und ist besonders praktisch für Berufstätige, Familien und Menschen in ländlichen Regionen.
Medizinisch gelten dabei dieselben Regeln wie in der Praxis: dieselbe Sorgfaltspflicht, dieselbe Dokumentation, dieselbe Schweigepflicht. Was sich ändert, ist der Weg zur Ärztin oder zum Arzt.
Ist Telemedizin in der Schweiz erlaubt?
Ja. Ärztinnen und Ärzte mit Schweizer Praxisbewilligung dürfen auch auf Distanz beraten und behandeln. Die Ärztinnen und Ärzte von Arztpunkt verfügen über eine Praxisbewilligung in der Schweiz und behandeln ausschliesslich nach Schweizer Gesundheitsrecht. Aufsichtsbehörde ist die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich.
So läuft eine Online-Sprechstunde ab
- Anliegen schildern: Sie füllen ein kurzes Online-Formular aus und beschreiben Ihre Symptome. Bei Bedarf laden Sie Fotos oder Vorbefunde sicher hoch.
- Termin wählen: Sie buchen ein passendes Video- oder Telefon-Zeitfenster – die freien Zeitpunkte sehen Sie direkt im Kalender.
- Gespräch: Zum vereinbarten Zeitpunkt öffnen Sie den zugesandten Link. Das Gespräch startet im Browser, eine App brauchen Sie nicht. Wer lieber telefoniert, wählt die telefonische Konsultation.
- Dokumente erhalten: Rezepte, Arbeitsunfähigkeitszeugnisse oder Überweisungen erhalten Sie anschliessend digital in Ihrem Patientenprofil.
Wofür ist die Videosprechstunde geeignet?
Viele Anliegen lassen sich gut aus der Ferne klären: Hautprobleme, Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, Allergien, Blasenentzündungen, Kopfschmerzen und Migräne, Schlafstörungen, leichte psychische Beschwerden, Folgerezepte, Arbeitsunfähigkeitszeugnisse oder eine erste Einschätzung bei Unsicherheit. Auch Beratungen zu Reisemedizin und Impfungen, sexueller Gesundheit, Verhütung, Haarausfall oder Rauchstopp und die Nachbesprechung von Befunden funktionieren online unkompliziert.
Was Sie aus der Sprechstunde mitnehmen
- Rezept für Medikamente, wenn die Behandlung medizinisch sinnvoll und sicher ist
- Arbeitsunfähigkeitszeugnis nach ärztlicher Beurteilung
- Überweisung an Fachärztinnen und Fachärzte
- Eine schriftliche Empfehlung, wie es weitergeht und wann Sie sich erneut melden sollten
Ein Rezept ist dabei immer das Ergebnis der ärztlichen Beurteilung und keine Bestellung: Ist eine Therapie aus ärztlicher Sicht nicht vertretbar, erklären wir Ihnen, warum – und was stattdessen sinnvoll ist.
Wo liegen die Grenzen?
Nicht alles lässt sich per Bildschirm beurteilen. Ist eine körperliche Untersuchung, eine Blutentnahme, eine Impfung oder eine Bildgebung nötig, sagen wir das im Gespräch und verweisen Sie gezielt weiter – an eine geeignete Praxis oder ein Spital. Akute Notfälle gehören immer in die Notfallversorgung: bei starken Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen, plötzlichen Sprachstörungen, Bewusstseinsstörungen, starken Blutungen oder schweren Verletzungen gilt der Notruf 144.
Telemedizin oder Praxisbesuch?
- Hautveränderung beurteilen lassen: online meist gut möglich, weil die Kamera die Stelle zeigt. In die Praxis gehört, was getastet oder entfernt werden muss.
- Erkältung, Husten, Halsschmerzen: in der Regel online möglich. Bei schwerem Verlauf oder Verdacht auf eine Lungenentzündung braucht es die Untersuchung vor Ort.
- Rezept verlängern oder Folgeverordnung: online möglich nach ärztlicher Beurteilung. Stehen Kontrolluntersuchungen an, gehören diese in die Praxis.
- Abhorchen, Abtasten, Blutentnahme, Röntgen: nur vor Ort.
- Notfall mit Sofortmassnahmen: Notruf 144 oder Notfallstation.
Was kostet die Online-Sprechstunde?
Die Abrechnung erfolgt gemäss dem offiziellen TARMED-Tarif (bzw. TARDOC ab 1. Januar 2026). Bei Schweizer Krankenversicherung übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten – wie bei einem regulären Praxisbesuch, abhängig von Franchise und Selbstbehalt. Halten Sie Ihre Versicherungskarte für den Termin bereit. Selbstzahlerinnen und Selbstzahler erhalten eine Privatrechnung, zahlbar per Kreditkarte oder Twint. Ein Abonnement oder eine Mitgliedschaft gibt es nicht.
Wenn Sie ein Hausarzt- oder Telmed-Versicherungsmodell gewählt haben, ist festgelegt, welche Stelle Sie bei einem neuen Gesundheitsproblem zuerst kontaktieren müssen. Ein kurzer Blick in die Police oder eine Frage an die Krankenkasse klärt das vor der Buchung.
Wer darf Arztpunkt nutzen?
Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die über die obligatorische Krankenpflegeversicherung versichert sind, Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer sowie Selbstzahlerinnen und Selbstzahler aus dem Ausland.
Wie sicher sind meine Daten?
Arztpunkt erfüllt die Anforderungen des Schweizer Datenschutzgesetzes (DSG) sowie der DSGVO. Die Verbindung ist verschlüsselt, Daten werden ausschliesslich auf Schweizer Servern gespeichert und Videogespräche werden nicht aufgezeichnet. Für die Ärztinnen und Ärzte gilt die ärztliche Schweigepflicht – online wie in der Praxis.
Wer behandelt Sie?
Hinter Arztpunkt steht ein kleines Team aus Ärztinnen und Ärzten mit Schweizer Praxisbewilligung. Wer aktuell bei uns arbeitet, sehen Sie mit Werdegang auf der Teamseite – und bei der Buchung, wer Ihre Sprechstunde übernimmt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt – im Notfall an die Notrufnummer 144.
Haben Sie ein gesundheitliches Anliegen?
Sprechen Sie per Video oder Telefon mit einer Schweizer Ärztin oder einem Arzt – ohne Wartezimmer.